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Auf nach China

Wohl kaum ein Land ist derzeit bei den Deutschen so unbeliebt wie China. Zumindest in den Kreisen, in denen ich unterwegs bin. Freunde schütteln ungläubig den Kopf, fragen, warum ich ausgerechnet nach China gehen muss und das auch noch für ein ganzes Jahr. Ein Typ in einer Berliner Bar fragt mich gar, was ich bei den „bösen Chinesen“ will. Man wisse doch, dass ihnen nichts heilig ist, schon gar nicht die so wichtigen Fundamente unserer Demokratie, unsere so hart erkämpften Menschenrechte. Flüchtige Bekannte fragen mich zudem, übrigens oft recht unvermittelt, was ich denn eigentlich von den chinesischen Männern halte, die seien doch so klein, und überhaupt: China, das ist zu laut, zu unberechenbar, zu unfrei und die Menschen sind merkwürdig, das sehe man doch an den ganzen Touristen, die ständig durch Europa touren. Ich könne meinen chinesischen Studierenden ja dann auch mal beibringen, eine eigene Meinung zu bilden, kritisch zu denken, erzählt mir einer dieser flüchtigen Bekannten weise nickend, während ich mir den Boden meines Weinglases ein bisschen genauer anschaue.