Blog

Richter und Rasmussen remixen Vivaldi

Antonio Vivaldis Konzertzyklus „Die vier Jahreszeiten“, komponiert im Jahr 1725, gehört zu den meistgespielten Werken des Klassik-Mainstreams überhaupt; wer möchte, kann dieses Werk an jedem Wochenende irgendwo hören, ohne besonders weit fahren zu müssen. Im November vergangenen Jahres gelang es dem Elbphilharmonie Orchester Hamburg dennoch, mit einer Aufführung dieses Werkes einigen Medienrummel zu erzeugen.

Die Krafttiere der Übersetzenden

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

Nimm dein erstes Krafttier in den Arm: den Maulwurf. Die Fülle eines Textes verbirgt sich wohl in seinem Untergrund; in den unterirdischen Gängen des Gedichts, dessen Fluss mit einer gewissen Blindheit erhalten werden muss, die auch essenziell ist.

Gestrandet

Seit Anfang Januar bin ich nicht mehr in China gewesen. Als ich in den Urlaub nach Indonesien fuhr, hatten in China gerade die Semesterferien begonnen und der Ausbruch des Coronavirus war nicht mehr als eine Randnotiz in den Nachrichten, die mich zugegeben nur mäßig interessierte. Jetzt weiß ich nicht genau, wann ich wieder nach China zurückkehren werde.

Von Spuckefäden und Panzernashörnern

Das neue Jahr ist soeben angebrochen, ein Anlass, um auch bei meiner Kolumne die Segel neu zu hissen. Noch bin ich beflügelt vom etwas irrationalen und willkürlichen Optimismus der neuen Jahreszahl und daher möchte ich diesmal konstruktiv ein paar schöne Bilder für das Sprechen über die Tätigkeit des Übersetzens vorschlagen. Selbstredend ist es eine sehr individuelle Auswahl aus der unerschöpflichen Schatzkiste Sprache bzw. Literatur, die ich über die Jahre angesammelt habe. Man mag sie passend finden oder nicht.

Schumann remixt Schumann

Mit diesem Hochzeitsgeschenk hatte Clara Wieck nicht gerechnet. Dass ihr Verlobter, ein aufstrebender Komponist namens Robert Schumann, in letzter Zeit neue Interessen entwickelt hatte und sich plötzlich nicht mehr nur für das Klavier, sondern auch für Liedgesang begeisterte, war ihr nicht entgangen. Aber gleich einen ganzen neuen Zyklus, ihr gewidmet!? 29 Lieder in edlem Einband!?

Das Leben in der digitalen Zukunft

Neulich auf dem Nanjinger Flughafen sprach mich jemand aus Weißrussland an. Weit und breit die einzigen zwei „Expats“ zu sein, verbindet schließlich immer. Das gemeinsame Durchlaufen der chinesischen Emigrationsprozedere auch. Es folgte also ein wenig Small Talk, der mit der Frage endete: „Kann ich noch kurz deinen QR-Code scannen?“ Daraufhin zückte ich mein Handy und generierte mit erstaunlicher Abgeklärtheit besagten QR-Code, der wiederum in Blitzschnelle vom Gegenüber eingescannt wurde, man wolle den Flug ja nicht verpassen.

Warum Treue nicht funktioniert

In den Texten dieser Kolumne habe ich mich bisher auf einer abstrakten Ebene bewegt. Es geht mir nicht so sehr um die Qualität von Übersetzungen oder um konkrete Methoden beim Übersetzen. Das ist auch wichtig, aber erstens steht es mir in meinen Augen nicht zu, die Arbeit meiner Kolleginnen (männliche Vertreter wie immer mitgemeint) zu bewerten, und zweitens kommt es (mir hier) tatsächlich nicht auf das Ergebnis an. Vielleicht wird das auch einmal Thema, aber erst einmal nicht.

Mozart remixt Händel

Weihnachten naht. Und neben Bachs Weihnachts-Oratorium ist wohl der Messiah von Georg Friedrich Händel mit dem weltberühmten Halleluja eines der meistaufgeführten Stücke dieser Tage:

Übersetzen Sie nicht

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

1.) Übersetzen Sie nicht, wenn es bewölkt ist und Sie die Weite des Horizonts nicht sehen können, ihn nicht zwischen Himmel und Meer verschwinden sehen. Sie werden die unfassbar weite Welt nicht erkennen können, die Farbe und Temperatur dieser Form, der Sie sich annähern sollten und doch fernhalten, sie ein wenig anders sein lassen, ein wenig sein lassen. Das nenne ich Mysterium und Pragmatik der Alterität.