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Der Weg in die Unmündigkeit

Keine Sprache der Welt scheint so viel Angst auszulösen wie die chi­ne­sis­che. Eine der meist­gestell­ten Fra­gen vor mein­er Abreise glich daher eher einem entset­zten Aus­ruf: „Du lernst doch dann nicht etwa Chi­ne­sisch!“. Das sei schon vorge­se­hen, murmelte ich stets als Antwort vor mich hin, und Chi­ne­sisch sei ja auch eine nüt­zliche Sprache. Die fra­gen­den Per­so­n­en blick­ten mich dann immer mit einem über­aus skep­tis­chen Gesicht­saus­druck an, dem ein resig­niertes Kopf­schüt­teln angesichts mein­er schein­bar hart­näck­i­gen Blauäugigkeit fol­gte. Darauf reagierte ich wiederum meist mit einem unverbindlichen Schul­terzuck­en, das irgend­was zwis­chen „mal abwarten, wie es dann vor Ort ist“ und einem „immer mit der Ruhe, so schw­er kann es doch nicht sein“ sig­nal­isieren sollte. Oft kam das Gespräch so zu einem frühzeit­i­gen Ende, aber ein biss­chen Unsicher­heit blieb natür­lich beste­hen.