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Hauptsache süß

Meine chi­ne­sis­chen Studieren­den, die sich seit Wochen tapfer durch Online-Sem­i­nare quälen, haben ein deutsches Lieblingswort, das sie immer und immer wieder ver­wen­den. Wenn ich sie auf­fordere eine Per­son zu beschreiben oder ihre Mei­n­ung zu Musik, Pop­kul­tur oder Film­stars ein­hole, lan­den wir stets bei der­sel­ben Vok­a­bel: „süß“. Fort­geschrit­tenere ver­wen­den auch gern mal Syn­onyme wie „niedlich“ oder gar „liebenswürdig“. Die Studieren­den find­en auch mich „süß“, obwohl ich ihre Dozentin bin und sie mit der deutschen Sprache ärg­ere. Für sie gibt es jedoch kein größeres Kom­pli­ment als jeman­den mit diesem Prädikat zu verse­hen.