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Anthropophagische Übersetzungspraxis II: Der Übersetzer als „Zwillingsbruder des Autors“?

Die Fig­ur, um die es in dieser Kolumne gehen soll, ist ein­er­seits ein­er der bekan­ntesten Über­set­zer aus dem Por­tugiesis­chen und Spanis­chen, gle­ichzeit­ig aber nicht unum­strit­ten. Beson­ders die späten Über­set­zun­gen von Curt Mey­er-Cla­son wur­den vielfach kri­tisiert, da sie „zu frei“ seien und dem Aus­gang­s­text „zu fern“. Wieder möchte ich hier aber nicht in die Texte ein­steigen und die handw­erk­liche Arbeit des 2012 ver­stor­be­nen Kol­le­gen beurteilen. Mich inter­essiert vielmehr die Art und Weise, wie der Über­set­zer und Ver­mit­tler namhafter Boom-Autoren und weniger Autorin­nen (spez­i­fis­che Fem­i­ni­na und Maskuli­na, später wird’s wieder gener­isch) aus Lateinameri­ka insze­niert wurde und sich selb­st insze­niert hat. Exem­plar­isch betra­chte ich hierzu drei sein­er Nach­worte zu von ihm über­set­zten Büch­ern und schaue mir ein paar Artikel, Nachrufe und Inter­views an.