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Schumann remixt Schumann

Mit diesem Hochzeits­geschenk hat­te Clara Wieck nicht gerech­net. Dass ihr Ver­lobter, ein auf­streben­der Kom­pon­ist namens Robert Schu­mann, in let­zter Zeit neue Inter­essen entwick­elt hat­te und sich plöt­zlich nicht mehr nur für das Klavier, son­dern auch für Liedge­sang begeis­terte, war ihr nicht ent­gan­gen. Aber gle­ich einen ganzen neuen Zyk­lus, ihr gewid­met!? 29 Lieder in edlem Einband!? 

Mozart remixt Händel

Wei­h­nacht­en naht. Und neben Bachs Wei­h­nachts-Ora­to­ri­um ist wohl der Mes­si­ah von Georg Friedrich Hän­del mit dem welt­berühmten Hal­lelu­ja eines der meis­taufge­führten Stücke dieser Tage:

Hoger und Notker remixen gregorianische Choräle

Wer ist der Erfind­er des Remix? Wer kam als erstes auf die Idee, Musik zu arrang­ieren, zu bear­beit­en? Wo hat alles angefangen?

Der­lei Fra­gen sind wichtig, wenn man sich mit der Geschichte des Remix beschäftigt, aber hin­ter ihnen ste­ht eine sehr mod­erne Denkweise, und daher sind sie im Grunde falsch gestellt. Am Anfang der abendländis­chen Musik als Ganz­er ste­ht näm­lich eine gigan­tis­che musikalis­che Trans­fer­leis­tung – wenn man so will, ein gigan­tis­ch­er Remix.

Haydn remixt „Greensleeves“

Im Jahr 1790 erhielt der Kom­pon­ist Joseph Haydn ein ver­lock­endes Ange­bot: Auf Ein­ladung des Musikun­ternehmers Johann Peter Salomon sollte er nach Lon­don reisen, um dort einige Konz­erte zu geben. No big deal, hätte ein heutiger Joseph Haydn sich wohl gesagt und den näch­sten Bil­ligflieger bestiegen. Nicht so jedoch der his­torische Haydn: Zum einen reichte sein Englisch für einen solchen Anglizis­mus gar nicht aus. Und zum anderen war Lon­don mit sein­er von freien Orch­estern, Ver­legern und Unternehmern bes­timmten Musik­szene genau der richtige Ort für Big Deals