Blog

Dietsch remixt Wagner

Die Remixe, mit denen wir uns in dieser Kolumne beschäftigen, entstehen in der Regel nach dem Vorbild berühmter Werke. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Remix das musikalische Pendant zu einer literarischen Übersetzung ist, dann muss es ein Original geben, das als Vorlage dient, oder?

Lamprecht, Albach und Kristjánsson remixen Bach

Hat die klassische Musik eine Zukunft? Haben uns Bach, Mozart & Co. heute noch etwas zu sagen, und wenn ja: was? Erfüllen Orchester, Chöre und Ensembles ihre gesellschaftliche Aufgabe allein im Bewahren der musikalischen Tradition, oder müssen sie darüber hinausreichen und -wirken?

Busoni remixt Bach

In der letzten Kolumne haben wir den ersten großen Interpreten der Werke Johann Sebastian Bachs kennen gelernt: Bach selbst. Springen wir nun rund 100 Jahre in der Zeit voraus und widmen uns der zweiten großen Epoche der Bach-Bearbeitung: der Romantik.

Bach remixt Bach

Bisher sind wir in dieser Kolumne recht kursorisch durch die Musikgeschichte geschlendert und nicht im Sinne einer kohärenten „Historie des Remix“ durch die Epochen gewandert.

Man könnte den Eindruck gewinnen, das Bearbeiten fremder Musik kenne keine Traditionen oder Zusammenhänge. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Remix war zwar immer ein Bestandteil abendländischer Musikkultur – aber wie alle Kunstformen ist er durch Hoch- und Tiefphasen gegangen und hat Schulen gebildet, die über Jahre stilbildend wirkten.

Richter und Rasmussen remixen Vivaldi

Antonio Vivaldis Konzertzyklus „Die vier Jahreszeiten“, komponiert im Jahr 1725, gehört zu den meistgespielten Werken des Klassik-Mainstreams überhaupt; wer möchte, kann dieses Werk an jedem Wochenende irgendwo hören, ohne besonders weit fahren zu müssen. Im November vergangenen Jahres gelang es dem Elbphilharmonie Orchester Hamburg dennoch, mit einer Aufführung dieses Werkes einigen Medienrummel zu erzeugen.

Schumann remixt Schumann

Mit diesem Hochzeitsgeschenk hatte Clara Wieck nicht gerechnet. Dass ihr Verlobter, ein aufstrebender Komponist namens Robert Schumann, in letzter Zeit neue Interessen entwickelt hatte und sich plötzlich nicht mehr nur für das Klavier, sondern auch für Liedgesang begeisterte, war ihr nicht entgangen. Aber gleich einen ganzen neuen Zyklus, ihr gewidmet!? 29 Lieder in edlem Einband!?

Mozart remixt Händel

Weihnachten naht. Und neben Bachs Weihnachts-Oratorium ist wohl der Messiah von Georg Friedrich Händel mit dem weltberühmten Halleluja eines der meistaufgeführten Stücke dieser Tage:

Hoger und Notker remixen gregorianische Choräle

Wer ist der Erfinder des Remix? Wer kam als erstes auf die Idee, Musik zu arrangieren, zu bearbeiten? Wo hat alles angefangen?

Derlei Fragen sind wichtig, wenn man sich mit der Geschichte des Remix beschäftigt, aber hinter ihnen steht eine sehr moderne Denkweise, und daher sind sie im Grunde falsch gestellt. Am Anfang der abendländischen Musik als Ganzer steht nämlich eine gigantische musikalische Transferleistung – wenn man so will, ein gigantischer Remix.

Haydn remixt „Greensleeves“

Im Jahr 1790 erhielt der Komponist Joseph Haydn ein verlockendes Angebot: Auf Einladung des Musikunternehmers Johann Peter Salomon sollte er nach London reisen, um dort einige Konzerte zu geben. No big deal, hätte ein heutiger Joseph Haydn sich wohl gesagt und den nächsten Billigflieger bestiegen. Nicht so jedoch der historische Haydn: Zum einen reichte sein Englisch für einen solchen Anglizismus gar nicht aus. Und zum anderen war London mit seiner von freien Orchestern, Verlegern und Unternehmern bestimmten Musikszene genau der richtige Ort für Big Deals