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Dietsch remixt Wagner

Die Remixe, mit denen wir uns in dieser Kolumne beschäfti­gen, entste­hen in der Regel nach dem Vor­bild berühmter Werke. Wenn wir davon aus­ge­hen, dass ein Remix das musikalis­che Pen­dant zu ein­er lit­er­arischen Über­set­zung ist, dann muss es ein Orig­i­nal geben, das als Vor­lage dient, oder?

Georgia Douglas Johnson und die Harlem Renaissance

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

Die Mech­a­nis­men, die bes­tim­men, wer Aufmerk­samkeit bekommt, zeigen Glanzpunk­te auf, doch zugle­ich wer­den Andere ver­drängt, gelöscht, an den Rand geschoben. Auch Über­set­zung spielt beim Schaf­fen von intellek­tuellem, his­torischem, poli­tis­chem, kün­st­lerischem Raum eine wichtige Rolle, denn sie ist notwendig, um Autorin­nen und Autoren Kon­takt zu unbekan­nten Tra­di­tio­nen zu ermöglichen. Geor­gia Dou­glas John­son (1880–1966) ist trotz ihres unschätzbaren Beitrags zur Lit­er­atur kaum bekan­nt. Die Kun­st afroamerikanis­ch­er Frauen find­et durch die Arbi­trar­ität des Kanons kaum Ver­bre­itung; daher ist es heute wichtiger denn je, an sie zu erin­nern.

Abschied von China

Vor gut einem Jahr saß ich mit Kol­le­gen in ein­er Bar in Berlin, die Unter­hal­tung drehte sich um das bevorste­hende Aus­landsaben­teur in Chi­na. Die Unsicher­heit – im Nach­hinein ein biss­chen albern –war zu dem Zeit­punkt groß, da ein Visum für Chi­na rel­a­tiv aufwendig ist, und Chi­na auch aus vie­len anderen Grün­den ein prob­lema­tis­ches Land ist. „Was müsste passieren, dass wir alle nach Deutsch­land zurück­kehren? Dass wir alle abbrechen?“, fragte ein­er in die Runde.

(Post-)koloniale Sprachverwerfungen und Produktionsbedingungen: Netflix und die Untertitel

In Pan­demie-Zeit­en kann es schon ein­mal vorkom­men, dass man einen Film, eine Serie oder ein Buch zum zweit­en oder drit­ten Mal in die Hand nimmt. Und so kam es dazu, dass der ganz großar­tige mexikanis­che Film „Roma“ von Afon­so Cuarón, der am 30. August 2018 bei den Film­fest­spie­len in Venedig gezeigt wurde und neben zahlre­ichen Oscar-Nominierun­gen unter anderem einen Gold­en Globe für den besten fremd­sprachi­gen Film erhielt, kür­zlich noch ein­mal bei mir im Heimki­no lief.

Lamprecht, Albach und Kristjánsson remixen Bach

Hat die klas­sis­che Musik eine Zukun­ft? Haben uns Bach, Mozart & Co. heute noch etwas zu sagen, und wenn ja: was? Erfüllen Orch­ester, Chöre und Ensem­bles ihre gesellschaftliche Auf­gabe allein im Bewahren der musikalis­chen Tra­di­tion, oder müssen sie darüber hin­aus­re­ichen und ‑wirken?

Translation Lockdown

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

Stellen Sie sich vor, Ihre Worte bleiben heute in der Kehle einges­per­rt, unter Quar­an­täne. Nur wenig Licht fällt ein, es ist Früh­ling, man hofft auf Farbe und Leben, doch es reg­net ohne Ende. Aus dem Halb­dunkel tritt nichts aus, nichts ein, nicht ein­mal die Zeit. Nächte und Tage sind nur noch Werke und Tage – was für eine Aus­sage, Hes­iod, was ging nur in deinem Kopf vor?

Die Grenzen des Online-Unterrichts

Wer derzeit mit Kindern zu Hause sitzt oder das Glück hat, in einem der Bil­dungssys­teme dieser hoch ver­net­zen Welt zu arbeit­en, der hat – neben „Kon­tak­tsperre“ und „Öff­nungs­diskus­sion­sorgie“ – ein neues Wort in seinen täglichen Sprachge­brauch inte­gri­ert: „Online-Unter­richt“. Was vor weni­gen Wochen noch ein semi-zukun­ft­strächtiges Pro­jekt einiger Pri­vatschulen und Uni­ver­sitäten war, ist nun auch im deutschen All­t­ag angekom­men. Mich per­sön­lich beschäftigt dieser Online-Unter­richt schon seit Mitte Feb­ru­ar, als klar wurde, dass die chi­ne­sis­chen Uni­ver­sitäten geschlossen bleiben wer­den.

Von Repräsentation und Realität

Dieser Tage taucht ver­mehrt ein deutsches Wis­senschafts­gremi­um in den Medi­en auf: die Nationale Akademie der Wis­senschaften Leopold­ina. Erst ein­mal hat das nicht so viel mit dem Über­set­zen zu tun, aber es wird im Lauf des Textes klar wer­den, was es hier soll – ver­sprochen.

Busoni remixt Bach

In der let­zten Kolumne haben wir den ersten großen Inter­pre­ten der Werke Johann Sebas­t­ian Bachs ken­nen gel­ernt: Bach selb­st. Sprin­gen wir nun rund 100 Jahre in der Zeit voraus und wid­men uns der zweit­en großen Epoche der Bach-Bear­beitung: der Roman­tik.

Freudige Augen

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

Wir leben in einem Zeital­ter, das sich beste Mühe gibt, ein Zeital­ter der Vielfalt zu sein – offen für Gefüh­le von Zuge­hörigkeit zu sein, die Idee der Vorbes­timmtheit zu leug­nen, um Ver­ständ­nis für den Drang der Men­schen zu der von jedem einzel­nen ersehn­ten Zukun­ft aufzubrin­gen.