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Bach remixt Bach

Bisher sind wir in dieser Kolumne recht kursorisch durch die Musikgeschichte geschlendert und nicht im Sinne einer kohärenten „Historie des Remix“ durch die Epochen gewandert.

Man könnte den Eindruck gewinnen, das Bearbeiten fremder Musik kenne keine Traditionen oder Zusammenhänge. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Remix war zwar immer ein Bestandteil abendländischer Musikkultur – aber wie alle Kunstformen ist er durch Hoch- und Tiefphasen gegangen und hat Schulen gebildet, die über Jahre stilbildend wirkten.

Chinesisch für Anfänger

China ist noch immer in weiter Ferne. Die Situation vor Ort scheint sich zu bessern, doch wann das normale Leben weiter geht, weiß noch immer niemand. Verbunden fühle ich mich dem Land derzeit vor allem über Sprache. Ganz China ist auf Online-Unterricht umgestiegen, darunter auch meine Chinesisch-Lehrerin, die unermüdlich versucht, mich durch die verschiedenen Sprachlevel zu lotsen. Vor ein paar Monaten hatte ich von meinem Weg in die Unmündigkeit berichtet – und auch von dem damals selbst auferlegten Ziel, zumindest ein bisschen Chinesisch zu lernen. Zeit also für ein kurzes Update.

Das Translatier macht einen Übersatz

Ziemlich sofort nachdem ich meinen letzten Kolumnentext abgeschickt hatte, fiel mir eine Episode oder vielmehr ein Phänomen aus meinem Übersetzerinnenstudium in Germersheim ein. Gleich bei der Einführungsveranstaltung polterte ein älterer Herr mit Hut herum, rief die „nachwachsenden Rohstoffe“ auf, nach rechts und links zu schauen mit den Worten „jeder Zweite wird rein statistisch gesehen das Studium in diesem hohen Hause nicht beenden“.

Richter und Rasmussen remixen Vivaldi

Antonio Vivaldis Konzertzyklus „Die vier Jahreszeiten“, komponiert im Jahr 1725, gehört zu den meistgespielten Werken des Klassik-Mainstreams überhaupt; wer möchte, kann dieses Werk an jedem Wochenende irgendwo hören, ohne besonders weit fahren zu müssen. Im November vergangenen Jahres gelang es dem Elbphilharmonie Orchester Hamburg dennoch, mit einer Aufführung dieses Werkes einigen Medienrummel zu erzeugen.

Die Krafttiere der Übersetzenden

Von // Aus dem Spanischen von Freyja Melsted

Nimm dein erstes Krafttier in den Arm: den Maulwurf. Die Fülle eines Textes verbirgt sich wohl in seinem Untergrund; in den unterirdischen Gängen des Gedichts, dessen Fluss mit einer gewissen Blindheit erhalten werden muss, die auch essenziell ist.

Gestrandet

Seit Anfang Januar bin ich nicht mehr in China gewesen. Als ich in den Urlaub nach Indonesien fuhr, hatten in China gerade die Semesterferien begonnen und der Ausbruch des Coronavirus war nicht mehr als eine Randnotiz in den Nachrichten, die mich zugegeben nur mäßig interessierte. Jetzt weiß ich nicht genau, wann ich wieder nach China zurückkehren werde.

Von Spuckefäden und Panzernashörnern

Das neue Jahr ist soeben angebrochen, ein Anlass, um auch bei meiner Kolumne die Segel neu zu hissen. Noch bin ich beflügelt vom etwas irrationalen und willkürlichen Optimismus der neuen Jahreszahl und daher möchte ich diesmal konstruktiv ein paar schöne Bilder für das Sprechen über die Tätigkeit des Übersetzens vorschlagen. Selbstredend ist es eine sehr individuelle Auswahl aus der unerschöpflichen Schatzkiste Sprache bzw. Literatur, die ich über die Jahre angesammelt habe. Man mag sie passend finden oder nicht.

Schumann remixt Schumann

Mit diesem Hochzeitsgeschenk hatte Clara Wieck nicht gerechnet. Dass ihr Verlobter, ein aufstrebender Komponist namens Robert Schumann, in letzter Zeit neue Interessen entwickelt hatte und sich plötzlich nicht mehr nur für das Klavier, sondern auch für Liedgesang begeisterte, war ihr nicht entgangen. Aber gleich einen ganzen neuen Zyklus, ihr gewidmet!? 29 Lieder in edlem Einband!?